Weihnachten und der Homo transzendentalis

Heute beginnen die Weihnachtstage für die Menschen die sich zur katholischen oder evangelischen Kirche oder ihren Unterkirchen zugehörig fühlen. Für viele andere Christen, z. B. die orthodoxen Kirchen oder Kopten wird dies erst im Januar. gefeiert. Auch die Wichtigkeit die diesem Fest beigemessen wird ist unterschiedlich. So ist Ostern für viele das wesentlich bedeutungsvollere. Nur scheint mir, dass für die Mehrzahl der Menschen, die zwar Weihnachten feiern, längst der Bezug zu dem was gefeiert wird verloren gegangen ist. Ich würde ihre Feiern, was ja ok ist, denn jeder kann feiern was und wie er es möchte, eher als buntes Lichterfest mit Austausch von Konsumgütern oder Fest des Glühweins und der Bratwurst auf sogenannten Weihnachtsmärkten bezeichnen. Aber ein Bezug zum eigentlichen Grund, der Geburt Jesu von Nazareth, ist vielleicht noch mit einem Wissen vorhanden aber eine innerliche Dimension fehlt.

Doch was bedeutet dieses Fest für das hier diskutierte Thema? Welchen Bezug hat der Homo transzendentalis, der ja die nächste Entwicklungsstufe sein soll mit einem Ereignis, welches vor ca. 2000 Jahren stattgefunden hat? Ich möchte hier nicht all die theologischen Aussagen zu Jesus und die Bedeutung seiner Geburt aufgreifen, denn es geht eben wirklich um die Weiterentwicklung. Doch Jesu und die Aussagen über das was er der Welt gebracht hat, sind bei aller Unterschiedlichkeit im Grundsatz einige: Es geht für den Menschen um etwas fundamental Neues als damals in seiner Umwelt bekannt war. Da ich der Auffassung bin, das dieses Neue trotz eben 2000 Jahre Kirche und Theologie bisher nur von einigen Wenigen verstanden und umgesetzt wurde, ist es nach wie vor aktuell wenn es wirklich um eine ganz andere Lebenshaltung geht.

Jesus ging es darum, dass die Menschen ihm nachfolgen sollten. In meinem Verständnis heißt dies nicht es dabei zu belassen ihn zu verehren, ihn anzubeten, daran zu glauben, das er Gottes Sohn war und von einer Jungfrau geboren wurde, sonder den gleichen Weg zu gehen den er gegangen ist, um die Ziele wie „Ich und der Vater sind eins“, das Erlangen ewigen Lebens und aus einem Vertrauen in die Führung und Unterstützung Gottes zu leben, zu erreichen. Er will uns ermuntern seinen Weg ebenfalls zu wagen.

Weihnachten kann also für einen Menschen, der beschlossen hat zu einem Homo transzendentalis zu werden und sich auf den Weg dazu begibt oder schon unterwegs ist die Besinnung darauf sein, dass es immer schon Menschen, in allen Religionen und spirituellen Wegen gab, die davon angetrieben waren diese Ziele zu erreichen. Die vielen unterschiedlichen Aussagen über Form des Weges und den dabei gemachten Erfahrungen sollten nicht dazu führen, zu bewerten oder gar andere zu bekämpfen. Es kommt darauf an, ob ein Weg zu einem passt und ein Gefühl der Stimmigkeit mit den Dingen die gefordert werden und die Bereitschaft da ist, die Durststrecken zu durchstehen, die auf jedem Weg vorkommen. So sollte das christliche Weihnachtsfest als Geburt bzw. Wachsen in einem Selbst Altes los zulassen und sich auf den Weg zum Neuen zumachen gesehen werden. Dies kann jeder dann auf seine Weise begehen.

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