Viveka

Viveka ist ein Sanskritbegriff der in den Veden, den ältesten Schriften des Hinduismus, benutzt wird. Sri Aurobindo beschreibt ihn mit „Die richtige Unterscheidung“ manchmal kommt auch die Beschreibung als Wahrheitsbewusstsein vor. Das Wesentliche ist jedoch, das es nicht um etwas geht, was vom Verstand her sich ausbildet, z. B. durch Logik oder Abwägung von Faktoren, sondern das nur in einem Zustand in dem gerade ein Zurücktreten vom Verstand und eigenen Vorstellungen, sich ereignen kann. In diesem Zustand der im Zen als Leere benannt wird, kommt es zu einer Verbindung mit einem über das kleine Bewusstsein der Person hinaus alles umfassendem Bewusstsein. Sri Aurobindo nennt es das Supramental. Hier gibt es keine Zweifel. Alles ist ohne Einschränkungen sofort in den Wirkungsweisen zu erkennen, jede Handlung und die Folgen sind im Wissen da. Es ist ein unumstößliches Wissen über das Geschehen. Es gibt kein – oder auch so oder vielleicht.

Zu diesem Zustand zu gelangen, bedarf es einerseits Übungen wie Meditation etc. und andererseits eine innere Haltung die er in Übereinstimmung mit der hinduistischen Tradition als Bhakti bezeichnet. Sri Aurobindo benutzt den Begriff Yoga, wobei nach seinem Verständnis jegliches Bemühen um geistiges Wachstum darunter zu sehen ist.

Bhakti ist für ihn eine Haltung der Hingabe an das letztendlich allumfassende EINE, Ursprung allen Seins und ständiger Quell und ständige Grundlage allen Seins. Wird für dieses EINE eine Bezeichnung weggelassen oder ein gegebener Begriff, wie z. B. im Hinduismus Brahman und in dem Zusammenhang stehende Handlungen als relativ gesehen, kann die Begrenzung von konkreter Religion überschritten werden. Konkrete Religion und alles damit zusammenhängende wird dann ein spezieller Weg neben anderen mit dem selben Ziel Bhakti.

Wahres Bhakti ist letztendlich ein völliges Aufgeben der Identifikation mit der weltlichen Persönlichkeit und ein Überlassen an die Führung der transzendenten Kraft. Für Sri Aurobindo ist dies der nächste Schritt in der Entwicklungsgeschichte. Ich würde dafür die Bezeichnung Homo transzendentalis vorschlagen.

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